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Erfolge beim Team-Relay in Kiel

Am 13.08.23 fand der 4. von 5 Wettkämpfen der Landesliga im Rahmen des 34. KN Förde Triathlon in Kiel statt. Im schnellen Team-Relay-Format sichern sich die Damen Platz 2, während die Herren ihr bisher bestes Saisonergebnis mit dem 6. Platz feiern können.

Nach wochenlangem Herbstwetter war es kaum vorstellbar, dass der 4. Wettkampf der Landesliga am vergangenen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein in Kiel stattfinden sollte. Doch das Wetter meinte es gut mit allen Athletinnen, Athleten, mitgereisten Fans und auch dem Veranstalter.

Nach den vergangenen drei Rennen der Liga über die Sprintdistanz ging es in Kiel noch kürzer und schneller im Team-Relay zur Sache. Bei diesem Format absolvieren alle Athletinnen und Athleten einzeln einen Triathlon über die Supersprintdistanz (300m - 5,5km - 1,5km) und übergeben danach den Zeitnahme-Transponder als Staffelstab an das nächste Teammitglied. Während die jeweils ersten Starterinnen und Starter der Teams einen Wasserstart absolvieren, geht es für die Folgenden nach der Übergabe mit einem beherzten Sprung vom Steg ins kühle Nass der Kieler Förde. Im schnellen Staffelformat bleibt kaum Spielraum für Patzer und da der Transponder immer weitergegeben werden muss, gibt es anders als sonst auch kein Streichergebnis im Team.

Die Herrenteams, die mit jeweils 4 Athleten unterwegs waren, machten den Anfang und starteten 5 Minuten vor den Damen, bei denen 3 Athletinnen das Team bilden, in den Wettkampf.


Selbst bei so einer kurzen Strecke wurde einigen Startern im Wasser kalt. Kein Wunder, denn die Kieler Förde war nur etwa 18 Grad warm, weshalb fast alle einen Neoprenanzug trugen. “Mir hat sich die Lunge zusammengezogen”, sagte Jorrit Ramminger, der als erster Bargteheider Starter dennoch eine sehr gute Schwimmleistung zeigte und an Rang 3 aus der Förde kletterte. Nachdem er die Supersprintdistanz absolviert hatte, wurde der Transponder an Jens Krohn übergeben.

Jens ging im Rennen an sein Limit. Seine Erfahrung auf vielen verschiedenen Distanzen wusste er zu nutzen; er teilte sich seine Kräfte so ein: “Ballern!” Alles geben! Erfolgreich. Trotzdem setzte sich Gerrit-Jan Klok von den befreundeten Großhansdorfer “3Maniacs” in einem Kopf-an-Kopf-Rennen auf der Laufstrecke durch.

Marc-Oliver Arlt, der als jüngster im Team die kurzen Distanzen besonders mag, konnte den Rückstand wieder aufholen und vorbeigehen. Er machte wie immer vor allem schnelle Wechsel und die Transponderübergabe an Jannik Weidmann verlief reibungslos.

Aber auch routinierten Athleten unterläuft mal ein Fehler: beim Wechsel vom Rad zum Laufen vergaß er fast, seinen Helm abzunehmen. Er lief ein paar Meter zurück und legte ihn rechtzeitig in seine Box. Sobald er aus der engen Wechselzone raus war, zeigte er seine Stärke - schnelles Laufen - trotz einer blauen Ferse. Schmerzhaft ist er am Freitag umgeknickt und trotzdem am Sonntag gestartet. Nach spannenden 1:33:54 Std. liefen die Bargteheider Herren als 6. ins Ziel - die beste Teamplatzierung der Bargteheider LL-Herren in einem Wettkampf diese Saison.

Ebenso spannend ging es im Rennen der Damen zu:

Da am selben Tag die Deutschen Meisterschaften der Altersklassen über die Sprintdistanz stattfanden, bei der drei Athletinnen des Kaders am Start waren, und Schleswig-Holstein außerdem mitten in den Sommerferien steckt, waren die verfügbaren Athletinnen schon zu Beginn der Saison sehr knapp bemessen. Dennoch konnte ein starkes Team aus Lena Fitschen, Lena Schott und Lara Hoppe an den Start gehen, das realistische Chancen hatte, die aufgebaute Tabellenführung zu verteidigen.

Bei der Taktik der Teamaufstellung war das Ziel, dass Fitschen als erste Starterin Wasserschatten beim Schwimmen gut nutzen konnte und mit einem schnellen Lauf etwaigen Rückstand so gering wie möglich halten sollte. Dieser Plan ging voll auf. Im Mittelfeld kletterte sie aus dem Wasser und konnte ihre Position auch auf der Radstrecke halten. Beim abschließenden Lauf konnte sie mit einer der schnellsten Laufzeiten des Tages noch wichtige Sekunden aufholen.

An Platz 6 liegend mit einem Rückstand von 1:56 Minuten auf die Führenden und ca. 40 Sekunden auf Platz 2 übernahm Schott den Transponder im Übergabebereich. Hier hatte sie es besonders eilig und nahm sich nicht ausreichend Zeit zur Befestigung. Direkt beim Sprung vom Steg löste sich das Band des Transponders. Mit einem lautstarken Ausruf, der bis zu den an der Kiellinie stehenden Zuschauern und dem Moderator durchdrang, tauchte sie direkt auf und suchte nach dem Band inklusive Zeitnahmechip. Glücklicherweise schwamm das Band nach ein paar kurzen Schrecksekunden an der Wasseroberfläche. Den Transponder schnell im Neoprenanzug verstaut, konnte die Aufholjagd beginnen.

Beim Schieben zur Radstrecke fragte Schott bei den anfeuernden Teamkollegen leicht verwirrt nach einem Rückstand zu den anderen Teams, doch den gab es nicht mehr. “Ich habe zwar gesehen, dass ich ein paar Leute im Wasser überholt habe, konnte aber nicht erkennen, ob das alles Frauen oder Männer waren und mitzählen konnte ich auch nicht”, so berichtet Schott nach dem Rennen. Den erschwommenen Vorsprung konnte sie dann souverän über die Radstrecke halten. Zur eigenen Verwunderung, aber auch der, der Zuschauer, ließ sie sich auch auf dem abschließenden Lauf, ihrer schwächsten Disziplin, nur wenige Sekunden abnehmen und übergab so mit einem Vorsprung von gut 40 Sekunden auf Teamkollegin Lara.

Trotz leichter Orientierungsprobleme im Wasser konnte Lara auf das Verfolgerteam Zeit gut machen. Jedoch tauchte nach dem Schwimmen plötzlich das Team aus Elmshorn in der Verfolgung auf Platz 2 auf. Lara konnte auf der 5,5km langen Radstrecke die Führung noch verteidigen, doch die Elmshornerin kam immer näher. Beim Laufweg zur Wechselzone verlor Lara kurz die Kontrolle über ihr Rad, musste dies wieder aufheben, konnte aber direkt weiterlaufen. Schon beim Verlassen der Wechselzone konnte man Lara ansehen, dass sie am Limit war und beim anschließenden Lauf nun richtig beißen musste. Mit schmerzverzerrtem Gesicht, aufgrund von anhaltenden Magenkrämpfen, schleppte sie sich über die zwei Runden à 750m und dann noch die für die Schlussläuferinnen dazukommenden 200m bis zum Zielbogen.

Die Elmshornerin flog über die Laufstrecke und sicherte dem Team einen starken Tagessieg. Den 2. Platz konnte Lara jedoch noch um 10 Sekunden verteidigen, bevor sie erschöpft hinter der Ziellinie am Boden lag.

Vor dem Saisonfinale, welches in Norderstedt über die Olympische Distanz ausgetragen wird, liegen die Damen nun mit vier Punkten Vorsprung auf Platz 1 der Tabelle. Dies bedeutet, dass ihnen der 4. Platz beim Abschlussrennen reicht, um am Ende der Saison die Landesmeisterschaft feiern zu können. Über die bisherigen vier Rennen haben sie sich sogar einen so großen Vorsprung erarbeitet, dass sie selbst mit einem letzten Platz in Norderstedt noch sicher auf dem Podium der Gesamtwertung stehen werden.

Die Herren liegen nach dem vierten Rennen weiterhin auf dem 8. Platz von 21 Teams. Nun gilt es, diese Platzierung auch im letzten Rennen zu verteidigen. Die Abstände nach vorne und hinten sind mit sechs und neun Wertungspunkten recht groß, aber auf der Olympischen Distanz gab es in dieser Saison bisher noch keinen direkten Vergleich, also kann alles passieren.

20.08. | 2. Bundesliga Nord Grimma (Teamsprint)

26./27.08. | Regionalliga Bad Zwischenahn (S&R + Teamsprint)

03.09. | 2. Bundesliga Nord Hannover (Prolog + Jagdrennen)

03.09. | Landesliga Norderstedt (Olympische Distanz)

- Lena Schott, Marc-Oliver Arlt

 
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