PowerUps ersetzen keinen Sprint

Rennen 7 von 8 in der ZTS steht an und verspricht wieder ein FTP-Test der anderen Art zu werden. Ein Blick auf den Kalender am Rennmorgen verrät dem Männerteam, dass eigentlich der Saisonstart der Regionalliga in Vierlanden an diesem Sonntag stattgefunden hätte. Möglicherweise haben sich die Veranstalter der ZTS davon inspirieren lassen, denn mit 19,2km und 59hm kommt die Strecke im virtuellen Watopia nahe an die flache Deichrunde in Vierlanden ran.


Mit Lasse Fitschen, Johann Stahnke, Jan Stelzner und mir (Jonas Schott) traten auch direkt vier der für den eigentlichen Triathlon geplanten Athleten bei diesem virtuellen Radrennen an. Verstärkt wurde das Team dann nicht nur durch einen fünften, sondern mit Oliver Nissen, Noah Garbers und Lukas Schott um gleich drei weitere Athleten.

Auch wenn bei den Damen an diesem Wochenende kein Wettkampf stattgefunden hätte, so waren sie nicht minder motiviert ihren 1. Platz in der Gesamtwertung der ZTS zu verteidigen und gingen mit Philine Letz, Leonie Wilke, Rike Kubillus, Katharina Wien, Lena Schott, Jule Hey und den Geschwistern Hjørdis und Stina Mick an den Start.

Die Freude darüber, dass statt der knapp einstündigen Sprintdistanz „nur“ ein Radrennen über knapp 25min anstand, verflog spätestens mit dem Start um 10 Uhr direkt wieder. Wie üblich begann das Rennen mit dem Kampf um die beste Gruppe schon einige Sekunden vor dem Rennstart. Um einen „fliegenden“ Start zu haben sollte man schon einige Sekunden vor dem Startsignal einen möglichst hohen Wattwert erzeugen, um direkt mit Vollgas durchstarten zu können.


Durch die flache Strecke war allen klar, dass jede verpasste Gruppe wichtige Platzziffern in der Gesamtwertung bedeuten würde. Bei Geschwindigkeiten jenseits der 50kmh in der Ebene ist ein „Schließen der Lücke“, wie es bei Zwift liebevoll heißt, auf eigene Faust fast unmöglich. Nach knapp 4km und damit gerade einmal fünf Minuten Fahrtzeit finde ich mich in der zweiten Gruppe, um Platz 120, wieder. Nach einem kurzen Blick in die Companion App von Zwift, sehe ich, dass ich damit für meine Verhältnisse ganz gut dabei bin. Ein weiterer Blick und ich bemerke, dass Lasse mit mir in der Gruppe ist. Johann, Jan, Oliver und Lukas konnten sich erstmal in der vorderen Gruppe platzieren.

Mit noch knapp 20 Minuten zu fahren begann nun der Teil, der einem klassischen FTP-Test sehr nahe kommt. „20min alles geben“ trifft auf das Rennen ziemlich genau zu und ein neuer FTP-Wert war auch mein persönliches Rennziel.

Optimal bei so einem Test ist gleichmäßiges Fahren, um sich seine Kräfte gut einzuteilen. Obwohl in einem Rennen ein gleichmäßiges Fahren in der Regel nicht möglich ist, läuft es dank der flachen Strecke und der gut arbeitenden Gruppe nahezu optimal.

Weitere Blicke in die App verraten mir, dass die erste Gruppe sich langsam aufteilt. Auf dem Bildschirm sehe ich dann auch, dass meine Gruppe immer wieder einzelne Athleten und auch kleine Gruppe einholt. Soweit so gut denke ich mir, bis wir die Gruppe um Lukas und Oliver auch einholen.

Das bedeute, dass mit Johann und Jan sich nur zwei Athleten aus unserem Team in den vorderen Gruppen halten konnten, somit muss noch ein Athlet von uns in die Wertung eingehen.


Mit den letzten 2km vor den Augen beginnen dann auch bei mir langsam die Überlegungen, wie ich den Schlusssprint am besten angehe. Zum Glück hatte ich beim Durchfahren vom ersten und damit auch letzten Bogen, bei denen es PowerUps gibt, den „Draft Boost“ erwischt und ihn mir die ganze Runde aufbewahrt. Somit stand schnell der Plan, das PowerUp kurz vorm Ende benutzen, solange wie möglich im Windschatten halten und ein kurzen Schlusssprint einlegen. Mit diesem Plan bin ich in der vergangen Woche gut ins Ziel gekommen.

Leider gehen Pläne nicht immer wie gewünscht auf. Knapp 1km vor dem Ziel kamen die ersten Antritte der anderen Athleten und gegen meine Erwartung wurden diese nicht wieder von der Gruppe eingeholt. Glücklicherweise war Oliver in dieser Gruppe aber mit von der Partie und hat damit wohl die beste Sprintleistung des Männerteams zeigen können. Bei der 500m Marke galt es dann meinen Plan umzusetzen. PowerUp aktiviert, ans Hinterrad gehängt und dann - überholen lassen. Für den Schlusssprint gab es einfach keine Reserven mehr bei mir und somit musste ich trotz PowerUp nochmal einige Plätze einbüßen. Hinter der Ziellinie kam dann auch schon das Ergebnis des FTP-Tests, der sich leider nur um ernüchternde 1Watt verbessert hat.

Erfreulicher war da schon der Blick in den Team-Chat und die Ergebnisliste. Johann hat mal wieder seine Vorleistungen bestätigt und mit Platz 18 das bisher beste Ergebnis abgeliefert. Mit Platz 50 bestätigt Jan ebenfalls seine Leistung, obwohl er im Sprint einige Federn lassen musste. Das Beste Tagesergebnis der Männer mit Platz 16 komplettiert Oliver mit Platz 96. Darauf folge ich mit Platz 103, Lasse 107, Lukas 116 und Noah 149. Trotz des super Ergebnisses ging es für uns in der Gesamtwertung ein Platz nach hinten. Nur 6 von 8 Rennen gehen in die Wertung ein und somit wurden erstmalig Streichergebnisse berücksichtigt. Für das letzte Rennen nächste Woche bleibt nur noch zu hoffen, dass wir an diese Leistung anschließen können

Unser Frauenteam musste diese Woche leider den Leistungen der letzten Wochen etwas Tribut zollen und lieferte mit dem 3. Platz und Platzziffer 38 ihr schlechtestes Tagesergebnis. Dieses Ergebnis wurde also aufgrund der Streichergebnisregelung direkt gestrichen, den 1. Platz in der Gesamtwertung konnten sie trotzdem verteidigen.

Die Konkurrenz ist nun näher gerückt, nur noch 13 Platzziffern trennen Platz 1 und 2.


Für das Finale am kommenden Sonntag steht für die Mädels da Ziel ganz klar fest: Platz 1 in der Gesamtwertung sichern und den Sieg der 1. ZTS nach Bargteheide holen.


- Jonas Schott


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